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Mittwoch, 20. April 2016

Kichererbsen Sellerie Salat mit Bärlauch

Bei uns ist die Bärlauchzeit traditionell kurz und heftig. Das heißt jetzt nicht, dass sich drei Generationen im Garten um die letzten Blätter streiten, sondern dass das kleine unschuldige, aber etwas streng riechende Pflänzchen überall drin landet. Man munkelt, dass einzelne Familienmitglieder sogar versucht haben, Brot mit frischem Bärlauch zu backen.

Ich bin dafür zu konservativ. Bei mir landet Bärlauch vor allem im Salat.
Heute in Kombination mit Stangensellerie, Kichererbsen und Gürkchen. Und etwas Mayonnaise. Deswegen schmeckt der Salat sehr viel ungesünder, als er tatsächlich ist :)


Das Rezept ist abgewandelt von diesem hier von oh she glows. Selbstverständlich habe ich den Dill durch Bärlauch ersetzt.

Tz. Dill - da kann ich nur milde drüber lächeln.


Zutaten
(für vier als Beilage)
400g vorgekochte, abgetropfte Kichererbsen
4 Stangen Sellerie
5 Frühlingszwiebeln
4 Gewürzgurken
1 Zehe Knobi
2 EL vegane Mayonnaise
1 TL milder Senf
1 TL frischer Zitronensaft
8 - 10 Blätter Bärlauch
Salz und Pfeffer


Sellerie und Frühlingszwiebeln waschen.

Gewürzgurken und Sellerie in kleine Würfelchen hacken, die Frühlingszwiebeln in dünne Ringe schneiden.

Die Kichererbsen mit dem Sellerie, den Frühlingszwiebeln und den Gewürzgurken in einer Schüssel mischen.

Die Knoblauchzehe schälen und durch eine Presse zum Salat drücken.

Die Mayonnaise, den Senf, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer zum Salat geben und alles gut durchmischen.

Zum Schluss den Bärlauch waschen, fein hacken und unterheben.


Der Salat schmeckt durchgezogen noch besser :)

Samstag, 7. November 2015

Pakora Muffins - Vegan quick & easy von Björn Moschinski

Ich bin ja immer auf der Suche nach Gerichten, die nur so viele Zutaten brauchen, wie ich sie auf dem Heimweg in genau einem Laden noch kaufen kann und die so schnell wie möglich auf dem Tisch stehen, wenn ich hungrig nach Hause komme. Wenn sie obendrein noch geeignet sind für die Bentoboxen vom Mann (die ihr euch fast täglich hier anschauen könnt), umso besser!

Das Rezept, das ich euch heute vorstelle, ist so ein Gericht: Pakora Muffins. Und während die Muffins backen, könnt ihr euch schonmal aufs Sofa setzen und entspannt schauen, was im Fernsehen läuft.
Oder in meinem Fall: WäscheaufhängenBudeaufräumenTascheausräumenUnterrichtplanen.

Das Rezept stammt aus dem neuen Kochbuch von Björn Moschinski, Vegan Quick & Easy, das mir der Südwest Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. 


Zutaten
(für 12 Stück)

etwas Margarine zum Einfetten der Muffinform
3 kleine Schalotten
2 kleine Kartoffeln (ca. 100 g)
300 g Kichererbsenmehl
75 g Weizenmehl 550er
1/2 TL Kurkuma
1/2 TL gemahlener Koriander
1 Msp. Cumin
1 Msp. frisch geriebene Muskatnuss
Salz
2 TL Backpulver
150 g Erbsen (Tiefkühlware)
3 - 4 Stängel Koriander
3 - 4 Stängel Minze
30 ml Olivenöl
1 Prise Zucker
1/2 Limette


Heizt euren Ofen auf 185°C vor und fettet die Muffinform ein.

Schält die Schalotten und hackt sie fein. Die Kartoffeln schält ihr und würfelt sie klein.

Gebt Kichererbsenmehl, Weizenmehl, die Gewürze und das Backpulver in eine Schüssel.

Gebt die Schalotten- und Kartoffelwürfel zusammen mit den Erbsen dazu und vermischt alles miteinander.

Wascht den Koriander und die Minze, zupft die Blättchen von den Stängeln und hackt beides fein.

Mischt in einer anderen Schüssel oder einem Messbecher 350 ml Wasser, Olivenöl, Zucker und Limettensaft und gebt es zusammen mit den gehackten Kräutern zur Mehlmischung.

Rückt dem Ganzen mit den Knethaken zuleibe, bis ihr eine zähe Masse habt.

Gebt den Teig in die Vertiefungen der Muffinform, schiebt sie in den Ofen und lasst die Pakora Muffins etwa 30 Minuten im Ofen, bis sie goldenbraun sind.

Lasst sie kurz abkühlen und nehmt sie dann aus der Form. Kalt schmecken sie auch super!

Quelle
Das neue Kochbuch von Herrn Moschinski hält, was es verspricht: schnelle, einfache, aber leckere und überwiegend gesunde Rezepte, die in unter 30 Minuten zubereitet sind. Unterteilt sind die Rezepte in die Kapitel Snacks, Salate, Suppen, Ofengerichte, Pfannengerichte und Süßes. 

Allgemeine Informationen, was der freilaufende Veganer womit ersetzen kann, entfallen hier zum Glück. Damit ist es zwar kein Kochbuch für Einsteiger in die vegane Küche, aber ich persönlich freue mich mittlerweile, wenn nicht in jedem veganen Kochbuch erstmal zehn Seiten zu Vitamin B12 Mangel, Massentierhaltung und Milchalternativen sind, bevor es dann endlich mal Rezepte gibt. Klar ist das auch unheimlich wichtig. Aber langsam gibt es dafür genug andere Quellen und man muss bedenken, dass man diese Seiten auch immer mit bezahlt.

In Vegan Quick & Easy gibt´s stattdessen Tipps zur Vorratshaltung, was ich beim Schwerpunkt des Buches auch passend finde, schließlich ist es einfacher, schnell was zu zaubern, wenn in Kühlschrank und Speisekammer nicht gähnende Leere herrscht.


Ich habe neben den Pakora Muffins noch zwei andere Gerichte aus Vegan Quick & Easy nachgekocht, einmal den Mandel-Schmarrn, den ihr oben seht und der so lecker war, dass ich beide Portionen alleine gegessen habe und der Mann nix abbekommen hat.


Außerdem haben wir auch noch die Linsensuppe mit Ingwer, Chili und Koriander ausprobiert, die uns echt vom Hocker gehauen hat, weil sie so lecker ist und so zufrieden macht!

Ansonsten will ich unbedingt noch weitere Gerichte aus dem Buch nachkochen, u.a. den Bulgur Broccoli Salat, die Kartoffelpizza Elsässer Art und unbedingt und auf jeden Fall den mit Couscous gefüllten gebackenen Kürbis.

Insgesamt kann ich das Buch an alle weiterempfehlen, die (wie ich) nach einer Weile das Gefühl haben, sie kochen immer die gleichen drei Gerichte, wenn´s schnell gehen muss.
Außerdem schätze ich sehr an Björn Moschinski und seinen Kochbüchern, dass er weitgehend auf Ideologie und Ersatzprodukte verzichtet und stattdessen mit gutem Essen aus natürlichen Zutaten überzeugt.

Montag, 13. April 2015

Kichererbsensalat

Heute habe ich ein ganz einfaches Rezept für einen Kichererbsensalat für euch, den ich mir gerne am späten Nachmittag nochmal schnell zusammenwerfe, wenn ich mittags schon etwas gegessen habe und nur noch etwas Kleines essen möchte. Auch ein tolles Rezept für den nächsten Grillabend, falls ihr schon angegrillt habt :)


Zutaten
(für vier Personen als Beilage)

400 g vorgekochte Kichererbsen
2 kleine Zwiebeln
1 Handvoll glatte Petersilie
eine Biozitrone
4 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer


Wie immer bei einfachen Rezepten mit wenig Zutaten gilt: die einzelnen Zutaten sollten von bester Qualität sein, damit ein einfaches Gericht aromatisch und lecker schmeckt!

Schält die beiden kleinen Zwiebeln und hackt sie fein.

Die Petersilie wascht ihr und hackt sie ebenfalls fein.

Wascht die Zitrone und reibt ihr die Schale ab. Mischt Zitronenschale, den Zitronensaft und das Olivenöl mit den gehackten Zwiebeln und der Petersilie.

Hebt die Kichererbsen unter und würzt mit Salz und Pfeffer.


Zum Kichererbsensalat passt ein helles Weizenbrot, bspw. Ciabatta. Ich esse auch oft einfach eine auf den Punkt reife Avocado dazu :)
Am nächsten Tag, wenn er eine Weile durchgezogen ist,  schmeckt der Salat noch besser!


Demnächst stelle ich euch noch das Rezept für einen Salat mit veganem Thunfisch vor (sehr abenteuerlich!).
Was sind eure liebsten Grillbegleiter? Ich brauche noch etwas Inspiration :)


Donnerstag, 9. Oktober 2014

Veganer Eiersalat

Ihr Lieben, ich habe lange nichts von mir hören lassen!
Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse, seit wir vor zwei Wochen noch gemütlich Mandel Karamell Torte gegessen haben: am Dienstag darauf habe ich endlich mein Examen erfolgreich hinter mich gebracht! Nachmittags bin ich erstmal ins Bett gefallen und habe den ganzen Stress und die Anspannung weggeschlafen. Abends habe ich mich mit meinen liebsten Menschen getroffen, um das Ganze ordentlich zu feiern. Die Feierei dauerte drei Tage an, nur unterbrochen von den beiden letzten offiziellen Schulstunden, für die ich Unmengen Kuchen produziert habe, um mich bei meinen süßen Sechstklässlern, die sich unheimlich für mich angestrengt haben und meinem tollen Englisch LK zu bedanken. Donnerstag haben die Katze und ich dann Rotwein in den Mac gekippt, was das Mainboard leider nicht überstanden hat.

Und das ist auch der Grund, warum ich so lange nichts von mir habe hören lassen. Ein neuer Mac ist zwar unterwegs, das zuständige Unternehmen besteht aber leider aus Clowns, die bei der ersten Lieferung einfach mal die Festplatte vergessen haben. Bedanken könnt ihr euch beim Mann, der mich an seinen uralten Möhren-PC lässt, um euch heute mal wieder ein Rezept zu schreiben :)


Heute gibt es also mal wieder was Leckeres für euch: veganen Eiersalat. Das Rezept stammt ursprünglich aus dem neuen Buch So geht vegan! von dem von mir sehr hochverehrten Patrick Bolk. Und das ist so toll, dass ich versuche, es euch so schnell wie möglich in einem eigenen Beitrag vorzustellen.

Anlass für den Eiersalat wiederum war das Foodcamp in Bergisch Gladbach, auf dem ich so viel gelernt und gegessen habe, dass es ebenfalls einen eigenen Beitrag verdient. Der vegane Eiersalat war unsere Vorspeise für das Mittagessen, den ich gemeinsam mit anderen Foodcamp Teilnehmern zubereitet habe.

Jetzt aber genug geredet, hier kommt das (von mir etwas abgewandelte) Rezept!


Zutaten
(für vier Personen als Vorspeise)

100 g Nudeln, z.B. Penne (kein Vollkorn!)
Salz
120 g vorgekochte Kichererbsen
1 Schalotte
ein halber Bund frisches Schnittlauch
Pfeffer, Kurkuma, Kala Namak

für die Mayonnaise
50 ml Sojamilch
eine Zitrone
1 TL milden Senf
60 ml Sonnenblumenöl
1 TL Tomatenmark
Salz oder wieder Kala Namak


Das große Geheimnis des veganen Eiersalats ist das Kala Namak. Kala Namak ist ein Schwefelsalz, das in Indien und Pakistan abgebaut wird und schlicht und ergreifend nach Ei schmeckt. Ihr bekommt es in sehr gut sortierten Gewürzhandlungen, wie ich beim Großhandel oder auch im Asialaden unter dem Namen Black Salt Powder.


Zuerst stellt ihr die Mayonnaise her: Halbiert die Zitrone, drückt sie mit den Händen aus und mischt den Saft mit der Sojamilch. Lasst die Mischung eine Weile stehen, bis die Sojamilch gerinnt und andickt. Das dauert ca. zehn Minuten.

Gebt etwas Tomatenmark und Senf zur Sojamilch. Schnappt euch den Pürierstab und lasst das Sonnenblumenöl zur Sojamilch laufen, während ihr ordentlich rührt, bis die Mayonnaise andickt.

Würzt mit normalem Salz oder gleich mit Kala Namak für noch mehr Eigeschmack.

Setzt etwas Wasser mit normalem Salz für die Nudeln auf. Kocht die Nudeln, bis sie weit jenseits von al dente sind. Schüttet sie ab und rückt ihnen ebenfalls mit dem Pürierstab zu Leibe. Beim Foodcamp hat das übrigens mit der Technik vor Ort nicht geklappt, ihr könnt aber auch gut einen Kartoffelstampfer benutzen, um die Nudeln klein zu kriegen.

Die Kichererbsen püriert ihr ebenfalls mit einem halben Teelöffel Kurkuma klein.

Hackt Schalotte und Schnittlauch ganz fein.

Mischt die verkochten Nudelstückchen, die pürierten Kichererbsen, Schnittlauch und Schalotte miteinander. Würzt das Ganze mit Pfeffer, Kala Namak und evtl. noch etwas mehr Kurkuma.

Anschließend hebt ihr die Mayonnaise unter.

Beim Foodcamp standen mir für das Anrichten des Eiersalats drei Küchenfeen zur Seite, die den in Chicorée Schiffchen zufrieden sitzenden Eiersalat abschließend noch mit Gurkenstückchen, frischer Kresse und noch mehr Schnittlauch bestreuselt haben. Danke dafür! Das könnt ihr zu Hause natürlich auch machen :)

Dazu passt Baguette oder ein anderes Weißbrot. Lasst es euch schmecken!

(Beim Foodcamp war ich übrigens, so weit ich das überblicken kann, der einzige Veganer. Dafür haben die anderen bei der Vorspeise aber ganz schön reingehauen :) Probiert doch mal aus, was eure Gäste sagen, wenn sie vorher nicht wissen, dass es sich um einen veganen Eiersalat handelt...)


Donnerstag, 19. Juni 2014

Gartengemüsepfanne: Brendan Brazier kredenzt Gesundes

Schon vor einer Weile hat mir der Unimedica Verlag die deutsche Version von Brendan Braziers Vegan in Topform - Das Kochbuch zur Verfügung gestellt. Mister Brazier dürfte einigen bekannt sein, er taucht nicht nur hier im Blog schon einmal auf, sondern hat 2013 mit dem Vorgängerwerk Vegan in Topform, in dem er sein Prinzip der Thrive-Diät erklärt, für Aufsehen gesorgt.
Seine Ernährungsphilosophie ist einfach: lass den Schrott weg, werde gesünder, leistungsfähiger.


Quelle: Unimedica Verlag




Das Buch kommt schick daher, mit halbfestem Einband und Lesebändchen und liegt schwer in der Hand, was an den rund 200 enthaltenen Rezepten liegt. Die Rezepte sind nur teilweise von Brazier selbst; es ist eher eine Sammlung verschiedener veganer Köche oder Restaurants in den USA. Unterteilt sind die Rezepte in zehn verschiedene Kategorien (u.a. Suppen und Beilagen, Snacks zum Knabbern, Salate, ...), die ein Wiederfinden vereinfachen und beim Durchblättern schon Hunger machen.

Dazu gibt es einen umfangreichen Theorieteil zu Themen wie dem Zusammenhang zwischen Ernährung und Umweltbelastung, acht Elemente guter Ernährung und einer Nährstoffübersicht. Letztere fand ich besonders hilfreich, da man auf einen Blick sehen kann, was der Körper braucht, wie man es über die Nahrung aufnehmen kann und welche Funktion es für den Stoffwechsel erfüllt.

Jetzt aber mal zum Wichtigsten: Wie schmeckt´s?
Ausprobiert habe ich bisher drei Rezepte. Eines stelle ich euch heute vor, eines war zwar unheimlich lecker, aber nicht sehr fotogen (Quinoa mit Unmengen geröstetem Knoblauch) und ein weiteres gibt es am Sonntag (ihr ahnt es schon: das wird was Süßes).


Die Gartengemüsepfanne ist eines dieser Gerichte, wo man von außen vielleicht denkt: Oh toll, ein bisschen Gemüse. Aber es schmeckt so unheimlich gut, dass wir es gleich an zwei Tagen hintereinander gegessen haben! Warum es Gartengemüsepfanne heißt, weiß ich allerdings nicht; wir haben keine Kichererbsen im Garten.
Ich habe ein paar Zutaten an meinen Geschmack und den Inhalt meiner Küchenschränke angepasst, aber das waren nur kleine Veränderungen.


Zutaten
(für vier Personen)

1 EL Sonnenblumenöl
1 Zwiebel
2 Zucchini
1 Handvoll braune Champignons
4 Knoblauchzehen
400 g Kichererbsen, gekocht
1 große Fleischtomate
1/2 Zitrone
1 EL frische Minze
1 EL frischer Oregano
2 EL frische glatte Petersilie
Salz und Pfeffer


Zuerst schält ihr die Zwiebel und hackt sie in Würfel. Wascht Champignons und Zucchini und hackt diese ebenfalls.

In einer großen Pfanne erhitzt ihr das Sonnenblumenöl bei mittlerer Hitze. Gebt Zwiebel, Champignons und Zucchini dazu und bratet alles für einige Minuten an.

In der Zwischenzeit zieht ihr der Tomate die Haut ab: mit einem Messer kreuzförmig einschneiden, mit kochendem Wasser übergießen und die Haut einfach abziehen. Püriert die Tomate anschließend.

Schält den Knoblauch und drückt ihn durch die Knobipresse zum Gemüse in die Pfanne. Gebt das Tomatenpüree dazu und drückt mit den Händen die halbe Zitrone aus. Jetzt mal ordentlich umrühren, schadet nicht :)

Lasst das Ganze eine Weile köcheln. Inzwischen könnt ihr schon einmal die frischen Kräuter fein hacken. Sobald die Gemüsepfanne etwas eingedickt ist, nehmt sie vom Herd, rührt die frischen Kräuter unter und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab.

Brazier empfiehlt als Beilage Quinoa, wir haben die Gemüsepfanne einfach so gegessen, die war alleine schon grandios genug :)


Was mir an Braziers Kochbuch nicht so gut gefällt, ist, dass er viel mit sogenannten Superfoods arbeitet, also bspw. Maca Pulver, Mesquite Pulver, Chia Samen etc. Diese Zutaten sind nicht nur teuer, sondern würden auch schlicht Platz in meiner Küche wegnehmen, da ich sie spontan von mir aus nicht einsetzen würde. Sowieso mag ich diesen Superfood Hype nicht, für mich bedeutet jede Frucht einen gesundheitlichen Gewinn.

Toll ist aber: Braziers Kochbuch kommt komplett ohne Weizen, Soja oder Hefe aus, was für ein veganes Kochbuch eine Sensation ist. Keine Ersatzprodukte, kein Veganisieren klassicher Gerichte, sondern einfach innovative, leckere Gemüseküche.

Aus diesem Grund (und weil alle bisher ausprobierten Rezepte uns überzeugt haben) gibt´s von meiner Seite eine klare Empfehlung für das Buch; und es ist eines der wenigen Kochbücher, das ständig griffbereit auf der Fensterbank liegt, statt im Schrank zu schlummern - das will schon was heißen :)

So und jetzt freut euch schonmal auf Sonntag vor; ich verrate nur soviel: es gibt rohveganen Kuchen!






Freitag, 7. Februar 2014

Scharfer Blumenkohl mit Kichererbsen und Pesto

Was auf dem Bild aussieht wie ein halber Kennedy (so heißt das Rezept jetzt offiziell bei uns) ist in Wirklichkeit sehr, sehr lecker. Aber oft sind die hässlichsten Sachen ja eh die leckersten und wer mir das nicht glaubt, klickt da rechts einfach mal auf die Kategorie "Eintopf".



Ursprünglich hatte ich vor, dieses Rezept hier nachzukochen. Allerdings war in der ganzen Stadt kein Rucola aufzutreiben! Dann eben ohne Rucola, hab ich mir gedacht. Zu Hause stelle ich fest, dass gar keine Kartoffeln im Haus sind! Das passiert höchstens einmal in zwei Jahren! Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich von der Kochen-nach-Rezept Idee schon verabschiedet und als Stellvertreter für die Kartoffeln musste ein Blumenkohl dran glauben. Ist eh gesünder als Kartoffeln! Ha!

Zutaten
(für drei Personen)

1 Blumenkohl
1 Dose Kichererbsen (ca. 400 g Abtropfgewicht)
3 EL veganes Basilikumpesto
1 TL Cayennepfeffer
1 TL scharfes Paprikapulver
1 TL Harissa
1 EL Tomatenmark
3 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer


Seid vorsichtig mit dem Harissa! Wenn ihr es nicht gewohnt seid, scharf zu essen, wird euch 1 TL Harissa vorkommen wie ein ganzes Chilifeld! Alle anderen können gerne eine zusätzliche, fein gehackte Chilischote hinzufügen :)



Als allererstes entfernt ihr die äußeren Blätter vom Blumenkohl und wascht diesem Gemüse ordentlich den Kopf!

Dann schneidet ihr fein säuberlich die Röschen ab. Zu große Röschen könnt ihr noch mal durchschneiden.

Setzt einen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen auf. Sobald das Wasser kocht, gebt ihr die Blumenkohlröschen hinein.

Schüttet die Kichererbsen ab.

Aus dem Cayennepfeffer, dem Paprikapulver, etwas Harissa, dem Tomatenmark und dem Olivenöl stellt ihr eine Marinade her, die ihr mit wenig Salz und viel Pfeffer abschmeckt.

Ist der Blumenkohl gar (d.h. er leistet nur noch geringen Widerstand, wenn man mit einer Gabel hineinpiekst), schüttet ihr ihn ab und gebt ihn zusammen mit den Kichererbsen in den Topf.

Schüttet die Marinade über Blumenkohl und Kichererbsen und vermengt alles miteinander.

Lasst alles noch ein paar Minuten bei geringer Hitze ziehen, damit die Kichererbsen auch heiß und etwas weicher werden.

Kurz vorm Servieren versprenkelt ihr das Basilikumpesto über dem Blumenkohl-Kichererbsen-Massaker.



Wem die Bezeichnung "halber Kennedy" ein wenig inkorrekt vorkommt, kann ich diesen Film empfehlen.



Montag, 4. November 2013

Veganes Kichererbsencurry

Während ich heute die kulinarischen Höhepunkte der Mensa genießen durfte, habe ich für euch etwas Feines: Kichererbsencurry. Mit Zitronengras und Kokosnussmilch, ähnlich wie die Thaisuppe vor ein paar Wochen, aber sättigender.
Leicht scharf, schön wärmend, genau richtig für das miese Wetter :)



Zutaten
(für zwei verfressene Personen)

400 g vorgekochte Kichererbsen
300 ml Kokosmilch
2 Strünke frisches Zitronengras
1 Paprika
2 Zwiebeln
1 Chili
etwas Öl
Currypulver
Chilipulver
Cheyennepfeffer
Salz


Die äußeren, harten Blätter des Zitronengras entfernen und das weiche Innenleben in feine Röllchen schneiden.

Die Zwiebeln schälen und ebenfalls fein hacken.

In einer Pfanne etwas Öl erhitzen, die Zwiebeln und das Zitronengras darin bei mittlerer Hitze dünsten.

In der Zwischenzeit die Paprika und die Chili waschen, entkernen und kleinschneiden. Mit in die Pfanne geben und ebenfalls andünsten. 

Ist das Gemüse weich, gebt ihr die Kokosnussmilch dazu und lasst das Ganze köcheln.

Wenn die Soße ein wenig eingedickt ist, gebt ihr die Kichererbsen dazu und würzt mit Salz, Cheyennepfeffer, Chili- und Currypulver und rührt gut um.

Lasst es noch ein bisschen vor sich hinköcheln (die Kichererbsen dürfen aber nicht auseinanderfallen!), schmeckt nochmal ab und serviert es anschließend. Dazu passt Naan oder auch Fladenbrot.


Hier findet ihr noch ein anderes Curry: mit Linsen... auch lecker :)









Donnerstag, 31. Oktober 2013

Lesen und essen: vegan&bio - Walnuss Möhren Brot mit Möhren Kichererbsen Aufstrich

Gestern wollte ich eigentlich nur ganz flugs bei "meinem" Bioladen vorbeischauen, um die heißgeliebte Mandelmilch zu kaufen, da leuchtete mir das hier knallpink entgegen:



Ein neues Magazin über veganen Lebenswandel! Eigentlich lese ich lieber Zeitung und interessiere mich für Zeitschriften nicht die Bohne, aber nach kurzem Durchblättern der Rezepte habe ich sie mitgenommen. Und zu Hause direkt zwei Sachen ausprobiert, die beide sehr lecker waren :) 
(... die ganz Ungeduldigen unter euch rollen jetzt einfach schonmal nach unten; dort findet ihr die Leckereien)


In dem Heft findet ihr neben einem ganzen Haufen Rezepte ein paar Artikel zu Menschen, die umgestellt haben (Christoph Maria Herbst ist Veganer, das war mir neu... ist das jetzt Tratsch?), Tipps, wie man seine Nährstoffe zusammenbekommt oder tierische Produkte durch pflanzliche ersetzt und Hinweise, in welchen alltäglichen Konsumgütern Tiere versteckt sein können. Dazu die unvermeidlichen Produktempfehlungen, aber auch gute Empfehlungen für einschlägige (Koch-)bücher. 

Sehr gelungen an dem Heft finde ich die kleine Ideensammlung für einen veganen Tag; ideal für Einsteiger, die nicht so richtig wissen, was sie denn jetzt essen sollen. Außerdem gut finde ich den Leitfaden zu den gängigsten Vegan Siegeln, werde beim nächsten Einkauf mal darauf achten.


Weniger toll finde ich, dass Attila Hildmann (der in so einem Heft natürlich nicht fehlen darf) einfach nur ein paar olle Kamellen aus seinem vorletzten Buch zum Abdrucken zur Verfügung stellt, obwohl sein neues Buch nächsten Monat erscheint. Das wäre eigentlich die Gelegenheit gewesen, sich gütigerweise schonmal vorab über die Schulter schauen zu lassen. 
Björn Moschinski (ihr seht schon, die üblichen Verdächtigen) hingegen zaubert für die vegan&bio einfach mal ein 5-Gänge-Menü aus dem Ärmel, das auf den Bildern schon zum Reinlegen aussieht (siehe oben). So macht man das!

 
Und jetzt will ich euch nicht länger auf die Folter spannen! Tataa: Walnuss-Möhren-Brot mit Möhren-Kichererbsen-Aufstrich! Rezept aus vegan&bio, leicht abgeändert von mir.

Zutaten
(für ein Brot)

1 Würfel Hefe
1 TL Zucker
2 TL Salz
200 g Möhren
150 g Walnusskerne
500 g Dinkelvollkornmehl
1 TL gemahlener Koriander
1 TL Kümmel
1 TL Fenchel
etwas Fett um die Form einzufetten


Es gibt tatsächlich Leute, die Kümmel für die Ausgeburt der Hölle halten. Wenn ihr solche zu Besuch erwartet, lasst den Kümmel im Brot lieber weg!


Löst die Hefe in 300 ml lauschigwarmem Wasser auf und gebt das Salz und den Zucker dazu.

Die Möhren waschen, schälen und grob raspeln, die Walnüsse knacken und die Kerne ein bisschen mit den Händen zerdrücken.

Möhren, Mehl, Walnüsse und Gewürze in das Hefewasser einrühren und alles gut miteinander verkneten, bis der Teig geschmeidig ist.

An einem warmem Ort zugedeckt gut 45 Minuten gehen lassen. Anschließend nochmal ordentlich durchkneten.

Eine Kastenform oder Brotform einfetten, den Teig hineingeben und einmal längs einschneiden.

Den Ofen auf 220° C vorheizen, den Teig nochmal eine gute Viertelstunde ruhen lassen.

Auf den Boden des Backofens eine hitzebeständige Schüssel mit etwas Wasser stellen und das Brot in den Ofen schieben. Nach einer Viertelstunde dreht ihr die Hitze auf 180° C runter und lasst das Brot noch weitere 45 Minuten drin.

Wenn es eine schöne Kruste bekommen habt, holt es raus, lasst es aus der Form purzeln und abkühlen.



Und weil Brot ohne alles ein bisschen langweilig ist, habe ich auch noch einen ganz famosen Brotaufstrich (ebenfalls aus der vegan&bio) dazugemacht :) Wieder ein bisschen abgeändert.

Zutaten
(für eine Schüssel voll)

300 g Möhren
2 EL Sesamöl
80 g Kichererbsenmehl
1 EL Sesammus (ich hab Mandelmus genommen)
2 EL ungeschälter Sesam
eine Biozitrone
Salz


Die Möhren waschen, schälen, in Stücke schneiden und im Sesamöl anbraten, damit sie weich werden.

Das Kichererbsenmehl zusammen mit 250 ml Wasser in einem anderen Topf kurz unter Rühren aufkochen, vom Herd nehmen und quellen lassen.

Die Schale der Zitrone abreiben. 

Möhren, Kichererbsenbrei, Mandelmus, Sesam und abgeriebene Zitronenschale mit dem Pürierstab ordentlich durchmähen und mit Zitronensaft und Salz abschmecken.

Fertig! Aufs Brot! In den Mund!


Die vegan&bio ist übrigens schon am 15. Oktober erschienen, aber ich neige manchmal dazu, mit dem Kopf in den Wolken zu sein, auch, wenn ich im Bioladen herumwusel. Alles in allem finde ich die vegan&bio eine gute Mischung aus unterhaltsam, praktisch und informativ und freue mich schonmal auf die nächste Ausgabe vor :)
Die Webseite des Magazins findet ihr hier: veganundbio.de



Dienstag, 29. Oktober 2013

Pilze in Paris

Ihr Lieben, kennt ihr eigentlich die Gewürzmischung Café de Paris? Ich vermute mal, dass es sie schon sehr lange gibt, da eine meiner Omas ganz wild danach ist :) An mir ist das irgendwie vorbeigezogen... bis jetzt!

Café de Paris besteht meist aus getrocknetem Knoblauch, Zwiebeln, Sellerie, Koriander, Kurkuma, getrockneten Tomaten und anderen feinen Sachen. Die Wikipedia verrät außerdem, dass Soße auf der Basis dieser Gewürzmischung meist zu Fleisch gegessen wird. Das kommt mir nicht auf den Tisch, stattdessen habe ich ein paar dunkle Champignons ins Café de Paris eingeladen. Außerdem zum rendez-vous gekommen sind frischer Feldsalat, Walnüsse und Falafel. Quelle fête!



Zutaten
(für zwei Personen als Hauptmahlzeit oder für vier als Vorspeise)

Für den Salat
100 g frischen Feldsalat
50 g gehackte Walnüsse

Für die Soße
200 g dunkle Champignons
1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Zwiebel
etwas Sonnenblumenöl zum Anbraten
200 ml Sojasahne
ein winzig kleiner Schuss Sojasauce
1 EL Gewürzmischung Café de Paris
Salz
Pfeffer

Für die Falafel
200 g vorgekochte Kichererbsen
1 Zwiebel
Handvoll frische glatte Petersilie
Salz
Pfeffer
1/2 TL Kumin
1/2 TL Cheyennepfeffer
1 EL Kichererbsenmehl
Sonnenblumenöl zum Braten


Als erstes macht ihr die Soße; dazu die Zwiebel waschen und fein hacken. Die Frühlingszwiebeln waschen und in feine Ringe hacken.

Die Champignons abbürsten, die Strünke abschneiden und in Scheiben schneiden.

In einer Pfanne etwas Sonnenblumenöl erhitzen und die Zwiebeln kurz darin vordünsten, dann die Pilze dazu geben und alles bei mittlerer Hitze dünsten lassen, bis die Zwiebeln weich werden und die Pilze merklich schrumpfen.

Sojasahne, einen Schuss Sojasauce (nur ganz wenig!) und die Café de Paris Gewürzmischung zu den Pilzen geben, gut umrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

So ist die Soße schon sehr gut, ich hab meine Variante allerdings danach noch püriert, weil der Mann Pilze glibberig findet. Püriert sie oder nicht, wie ihr wollt. Unpüriert und mit ganzen Pilzen ist sie auch wunderbar :)

Lasst die Soße bei geringer Hitze auf dem Herd stehen und kümmert euch um die Falafel; dafür hackt ihr zuerst einmal die Zwiebel und die Petersilie ganz fein.

Gebt die Kichererbsen, die gehackte Zwiebel, die Petersilie, das Kumin, den Cheyennepfeffer, etwas Salz und Pfeffer in ein hohes Gefäß und mäht das Ganze gründlich mit dem Pürierstab durch (oder noch praktischer in der Küchenmaschine, sowas Tolles besitze ich aber nicht!) bis ihr eine homogene Masse habt. 

Rührt das Kichererbsenmehl unter und formt aus dem Teig kleine runde Bratlinge. Statt Kichererbsenmehl könnt ihr auch Speisestärke nehmen, wichtig ist bloß, dass der Teig schön klebt. Wenn er das nicht tut, braucht ihr mehr Kichererbsenmehl oder Speisestärke.

Backt die kleinen Falafel in Sonnenblumenöl aus, bis sie goldbraun sind.

Zum Schluss wascht ihr noch den Feldsalat, rupft ihn ein bisschen klein und knackt und hackt die Walnüsse.

Gebt auf einen Teller zuerst etwas von der noch warmen Soße, darauf Feldsalat. Streut die Walnüsse locker darüber und setzt noch drei bis vier Falafel auf jeden Teller. Et voilà! Bon appétit!


 Natürlich könnt ihr die Soße auch über den Salat geben. Dann sieht man sie auch besser ;)